7 Ratschläge, die Sie beachten sollten, wenn Sie einen Imagefilm planen

Sie haben sich also entschieden einen eigenen Imagefilm produzieren zu lassen, oder vielleicht auch dieses aufregende Vorhaben sogar selbst umzusetzen? Wir möchten Ihnen in nur 7 Schritten erklären, wie Sie den für sich perfekten Film produzieren oder produzieren lassen.

Hier die wichtigsten Fragen, auf die wir gemeinsam eine Antwort finden werden!

Bild: Freepik.com

1. WER ODER WAS IST DIESER TYP  NAMENS IMAGEFILM?

Verzeihen Sie, dass wir den Begriff Imagefilm ein wenig vermenschlichen. Nehmen wir mal an es sei der Typ, der gerade erst zugezogen ist.

Sie würden Salz und Brot vorbeibringen um ein paar Dinge über Ihren neuen Nachbarn zu erfahren. Was würden Sie Herrn Imagefilm also fragen? Wahrscheinlich nach Hobbys, was er eben den ganzen Tag so macht und was ihn so bewegt.

Würde dieser Mensch Sie dann mit Informationen zuschütten, wären Sie wahrscheinlich der Typ Mensch, der nur noch freundlich grüßt und gekonnt jeder Unterhaltung aus dem Weg geht. Ganz ähnlich verhält es sich mit Ihrem Vorhaben IMAGEFILM.

Und jetzt stellen Sie ich vor SIE wären dieser neue Nachbar!

Sie möchten eher der Typus sein, der Interesse weckt, denn erst dann ist man geneigt sich näher mit Ihnen zu befassen.

Sie wollen also der Definition nach ein IMAGE aufbauen, also die Wahrnehmung oder Betrachtung verbessern, die andere von Ihnen haben. Nicht mehr und auch nicht weniger. Es kann auch sein, dass Sie bereits ein Image haben, welches durch Ihre Branche stark gelitten hat und herausschreien wollen: „WIR SIND ANDERS!“.

Vermeiden Sie also von vorne rein alles in einen Imagefilm unterbringen zu wollen. Machen Sie sich interessant und stellen Sie sich der „Nachbarschaft“ vor.

Sie möchten am Liebsten alles in Ihren ersten Film intrigieren, Fuhrpark, Mitarbeiter, Produkte und Maschinen etc.. Nur bedenken Sie, dass all diese Themen einer eigenen Filmgattung angehören.

Sie möchten ein Produkt verkaufen?
Super – wie wäre es mit einer Serie von Produktfilmen?

Sie brauchen qualifizierte Fachkräfte?
Toll – erstellen Sie ein Recruiting Video!

Sie möchten Interesse an Ihrem Unternehmen wecken?
Nun denken Sie gezielt über eine Imagefilmproduktion nach!

Beispiel eines Traditionsfilms der Firma Holtkamp:

Hier liegt hier der Fokus in der Vorstellung des Unternehmens. Die Zielsetzung war niemals die unmittelbare Werbung eines Produktes, denn eben das macht ein Imagefilm nicht. Unmittelbar werben!

Sie sollten sich also im Voraus ganz gezielt Gedanken machen, ob Sie konkret für ein Produkt werben möchten oder eine reine Imagemaßnahme planen.

2. WAS MÖCHTE ICH EIGENTLICH AUSSAGEN?

Wir sind kein Fan von Anglizismen, kommen aber manchmal auch nicht ohne aus. Sollten Sie also mal über den Begriff „Claim“, oder „Slogan“ stolpern, ist dies nicht zwingende Aufforderung nun zwanghaft eine Aussage zu treffen, welche Sie den Rest Ihres Lebens verfolgen wird.

Im Grunde geht es um die Kernbotschaft, die Ihr Film tragen soll. Sie werden nun mit vielen Begriffen konfrontiert aber versuchen Sie doch mal folgende Worthülsen zu vermeiden.

„Wir von der Firma Mustermann AG, sind ein INNOVATVES, FLEXIBLES und auch QUALITÄTSBEWUSSTES Unternehmen, welches OPTIMIERT und KOMPETENT auf ihre Bedürfnisse eingeht.“

Verstehen Sie uns nicht falsch, aber wären Sie nicht all das, würden Sie sich heute sicher ganz andere Gedanken machen, als über einen Imagefilm.

Ein Unternehmen wie Hipp (Sie kennen noch diesen alten sympathischen Mann) beschreibt in ihrer Werbung weniger, was sie tun oder wie sie es tun. Sie beschreiben vor allem die MOTIVATION aus welcher heraus sie agieren. Mit einem Wort: Das WARUM!

Wir sind immer noch auf dem Weg für Ihren Imagefilm die richtige Kernbotschaft zu finden. Also fragen Sie sich:

WAS IST IHRE MOTIVATION? – was treibt Sie jeden Tag an?

Wenn Sie nun Beispiele finden (und das werden Sie) in welcher die Systematik „mit einem Warum“ zu beginnen nie ein Thema wird. Schön, klar geht es ohne und es kann viele Gründe haben, warum diese Spots und Filme so häufig geklickt werden. Google macht da heute einiges möglich. Nur heißt das oft nicht, dass diese auch wirklich gut sind.

Wen sie nun weiterhin nicht wissen nicht wissen, welche Kernbotschaft für Sie die richtige ist. Es ist wie „nach dem Weg fragen“. Keiner muss sich dafür schämen, wir helfen gerne weiter.

Die wichtigste der 7 W Fragen ist die Frage nach dem Warum.
So definieren Sie für sich, welche Kernbotschaft Ihr Imagefilm tragen soll.

3. WIE SIEHT EIN BRIEFING AUS?

Nun wissen Sie was ein Imagefilm überhaupt ist und welche Botschaft Sie in die Welt hinaustragen möchten. Jetzt machen Sie sich wahrscheinlich Gedanken darüber, wie Sie es allen Beteiligten erklären und vor allem wie Sie es verständlich machen, sodass auch z. B. Video-Produzenten verstehen, was Sie eigentlich möchten.

Nichts ist schlimmer als ein finales Produkt zu erhalten, das anders geplant war.

Wir sprechen also von einem BRIEFING – dem wohl spannendsten und wichtigsten Prozess einer Filmproduktion. Man könnte sagen, die Geburt einer Idee. Bevor Sie direkt über Drehorte, Darsteller und Story nachdenken, bringen wir ein wenig Struktur in Ihre Euphorie.

Aus eigener Erfahrung macht es immer Sinn, Agenturen wie uns, in Textform zu beschreiben, was Sie eigentlich möchten.

Folgende Kernfragen sollten Sie sich und der betreffenden Agentur immer stellen:

1. Was möchten Sie mit dem Imagefilm erreichen? Gibt es ein bestimmtes Ziel, eine Reichweite oder eine Veränderung, welche sich für Sie einstellen soll?

2. Welche Motivation treibt Sie an? – die Frage nach dem Warum.

3. Was macht ihre Firma anders und hebt Sie hervor? Beantworten
Sie WIE Sie Ihr Produkt fertigen oder was sie unbedingt zeigen möchten.

4. Wer ist meine Zielgruppe? – an wen richtet sich mein Imagefilm, kennt meine Zielgruppe größtenteils das Produkt oder ist Selbiges noch erklärungsbedürftig? Zeichnet sich meine Zielgruppe besonders durch eine emotionale Aufnahmebereitschaft aus oder sind meine Zuschauer eher sachlich orientiert?

5. Worauf möchten Sie keinesfalls verzichten? – gibt es Sachverhalte, Produkte, Menschen oder eine Location, welche Sie unbedingt im Film sehen möchten. Erstellen Sie eine Liste.

6.  Wo soll der Imagefilm zu sehen sein? – machen Sie sich doch einmal Gedanken darüber, wo Sie den Film je nach Thema einsetzen möchten. Am Beispiel Recruiting könnte das beispielsweise, Kino oder Social Media Kanäle (vorzugsweise XING oder Facebook) sein. Ihre Agentur hat sicher noch weitere Ideen, wo Sie Ihren Film einsetzen können. Es muss auch nicht immer mit Kosten verbunden sein.

7. Gibt es bereits Imagefilme die Ihnen gefallen? – es geht hier nicht darum andere Unternehmen zu kopieren, in den meisten Fällen wird das Rad nicht neu erfunden, aber vielleicht bunter und schneller. Lassen Sie sich ruhig inspirieren, das hilft der Produktionsfirma oder dem Video – Produzenten eine Ahnung davon zu bekommen, was Sie besonders berührt und in welche Richtung es gehen darf. Vielleicht möchten Sie etwas emotionales, jedoch keinesfalls zum Weinen bringen. Denn auch Lachen ist eine Emotion. Fragen Sie sich viel mehr warum Sie Ihre Beispiele so bewusst gewählt haben. Gefiel Ihnen die Story? War es der spezielle Look oder eine gewisse Machart?

Sind diese Fragen beantwortet, sollten Sie sich bereits zurücklehnen können. Nun liegt es an uns als Agentur aus diesen Information ein Konzept zu  erarbeiten, welches all diese Punkte beinhaltet. Was Sie zu diesem und auch zum späteren Zeitpunkt, insofern Sie nicht selbst die Kamera schwingen wollen nicht interessieren braucht:

Welches Equipment, wie sollen meine Darsteller aussehen, brauche ich einen Sprecher usw.
All das sollte Ihnen eine gute Produktionsfirma abnehmen und Ihnen anhand eines Konzeptes und Bilder erklären können.

Sie erkennen eine professionelle Produktion eben auch daran, dass Sie gemeinsam mit Ihnen so lange an der Idee feilt, bis Sie und alle beteiligten zufrieden sind. Vertrauen Sie auf den Effekt, dass kreative Menschen außerhalb nicht dem Effekt der so oft beschimpften Betriebsblindheit unterliegen.

Man wird Sie also mit Ideen füttern, die Ihnen zugute kommen und durch Sie perfektioniert werden können.

Ein gut gemeinter Rat: Steht das Konzept, lassen Sie sich nicht durch dritte oder vierte Meinungen davon abringen. Am Ende werden Sie von 10 Menschen grundsätzlich 9 verschiedene Meinungen hören, wird jedoch ihr o. g. Fragebogen nach Vollendung des Filmes erfüllt, werden Sie einen hervorragenden Film ihr eigen nennen dürfen!

4. WIE LÄUFT SO EINE FILMPRODUKTION EIGENTLICH  AB?

Zunächst steht immer noch die Frage im Raum: „Kann ich so ein Filmchen nicht selber realisieren?“ Grundsätzlich sollten Sie sich aber Fragen, ob Herr Niemeier aus der Buchhaltung versteht, wie Sie sich die Aufnahmen vorstellen.

Vielleicht hat er Ihnen von seinem letzten Zoobesuch erzählt und wie schön die Bilder mit seiner neuen Kamera geworden sind und Sie denken sich: „Der ist der richtige für den Job.“

Im schlimmsten Falle steht aber nun der Steuerprüfer auf der Matte, Ihr Film geht völlig an Ihrer Vorstelllug vorbei und zusätzlich wurde die Buchhaltung vernachlässigt.

Wir möchten auch so ehrlich sein, dass die Produktion eines Imagefilmes sich auch nach dem Budget richtet. Nun aber rechnen wir das Ganze doch mal mit dem Wert Ihrer Zeit als Geschäftsführer auf. Wie viel kostet Ihre Zeit und können Sie es sich erlauben, Ihr Kerngeschäft hinter sich zu lassen um sich Stunden oder gar Wochen mit den technischen Finessen einer Filmaufnahme zu befassen?

ALLGEMEIN BETRACHTET

Grundlegend kann man sagen, jede Filmproduktion läuft nach dem gleichen Schema ab. Vorproduktion (Planung, Casting, Realisation, Drehplanung, Disposition usw.), Produktion (also der oder die Drehtage vor Ort je nach Location) und der Postproduktion (der Kreativprozess am Rechner sprich Materialsichtung, Special Effects, Schnitt, Vertonung, Animation usw.)

Vorproduktion (PRE – PRODUKTION)

Hier lassen sich gerade in puncto Budget auch einige Einsparungen machen. Was können Sie selber besorgen, haben Sie Metroarbeiter, welche als Statisten dienen können. (Nein keine Schauspieler) Bedenken Sie hier aber, dass Schauspieler nicht ohne Grund Ihren Lebensunterhalt mit dieser Kunst verdienen. Es kann passieren, dass zusammen mit dem Kunden einige Schnittstellen der Arbeitsteilung geschaffen werden, welche bares Geld sparen können.

NEIN ES MUSS NICHT GLEICH HOLLYWOOD SEIN! – und übrigens auch nicht teuer.

Wichtig ist, dass die Geschichte gut und authentisch erzählt wird. Dafür muss nicht gleich das Raumschiff aus „Independence Day“ durch Ihre Halle fliegen. Manchmal reicht die Begleitung einer Ihrer Mitarbeiter, der simplerweise aus dem Leben erzählt.

Sie sollen sich in der Planungsphase zurücklehnen, was nicht heißt, dass das Budget nicht durch Fleiß des Kunden geschont werden kann.

Wie erzähle ich meine Geschichte?

Wichtig ist, dass Sie, egal ob Imagefilm oder andere Filmgattung, überhaupt eine Geschichte erzählen. Dies muss nicht gleich ein detailliertes Storyboard sein, Sie können durch eine einfache Abhandlung von Bildern und Notizen (diese können sogar aus dem Internet stammen), in Tabellenform einen Drehplan erstellen.

An dieses können sich alle orientieren, ohne gleich jedes Bild eins zu eins übernehmen zu müssen. Behalten Sie immer im Hinterkopf, wo der Film zu sehen sein wird. Kann ich mir für meine Geschichte Zeit lassen, oder muss ich das Wichtigste in die ersten Sekunden packen?
Macht eventuell auch eine Lang- und Kurzversion des Imagefilmes Sinn?

Denn oft wird uns nach Produktionen die Frage gestellt, ob wir noch Szenen als kleine Snippets oder Kurzversionen bzw. einzelne Sequenzen haben, welche im Vorfeld hätten gedreht werden können. Sie können hier immense Kosten sparen!

Eine gute Filmproduktion wird Sie immer dahingehend beraten.

Am Ende der Planungsphase haben Sie immer einen klaren Ablauf des Filmes in Form eines Storyboards in der Hand. Dieses beinhaltet auch eine klare zeitlich und räumlich strukturierte Planung. (Drehdisposition)

Die Dispo (Ablaufplan)

Die Disposition ist unverzichtbar, da in der Regel nie chronologisch gedreht wird. Abhängig von Wetter, Drehort oder die Verfügbarkeit der Darsteller, sollten Sie in jedem Falle eine Liste erhalten, welche ein sinnvolles Timing der zu drehenden Szenen enthält.

Zusätzlich finden Sie alle relevanten Fakten wie: benötigte Requisiten, Telefonnummern, Ansprechpartner, Zuständigkeiten und Adressen.
Sie sollte übersichtlich sein und kein Studium erfordern, diese klar verständlich zu lesen. Schließlich müssen später alle Beteiligten damit arbeiten können.

Die Person, die alle Gewerke wie Kameramann, Tonassistent, Regie uvm. Zusammenhält und den Gesamtüberblick wahrt, nennt sich Aufnahmeleitung. 

PRODUKTION – es fällt die Klappe

Die Vorarbeit ist geleistet und sofern all die bis zu diesem Zeitpunkt erarbeiteten Punkte erfolgreich absolviert wurden, kann der Dreh nur hervorragend werden. Einen Ratschlag haben wir noch für Sie: Seien Sie vor Ort, denn auch bei einem geplanten Dreh können Ihre spontanen Ideen zu einem noch besseren Ergebnis führen.

Das, was Sie während des Drehs auf Ihrem Vorschau Bildschirm sehen, erhält in der Postproduktion noch einen deutlich anderen Look. Also keine Panik, wenn das ein oder andere Bild ein wenig blass ausschaut, das ist durchaus so gewollt.

Auch Sie werden am Ende das unvergleichliche Gefühl der Erleichterung verspüren, wenn die letzten Szenen im Kasten sind. Genießen Sie es!

POSTPRODUKTION – Die Magie hinter dem Schnittplatz

DER ROHSCHNITT

Nun wird kräftig aussortiert. Ein guter Regisseur trennt sich oft von viel Material. Denn je nach Ausstrahlungszweck (z. B. TV – oder Kino) sind Sekunden kostbar. Daher kann diese Phase einer der wichtigsten sein.

Ebenso wichtig ist auch das Vertrauen, welches Sie hier der vorher auserwählten Produktionsfirma verliehen haben. Seien Sie sich sicher, dass den Profis immer daran gelegen ist, das für Sie beste Ergebnis zu erzielen.

Sie werden in der Regel als Erstes einen Rohschnitt erhalten, der NOCH NICHT FARBKORRIGIERT ist und KEINE BEWEGTE GRAFIK enthält, aber bereits Musik, da diese ungemein wichtig für die Schnittabfolge ist.

Wichtig ist nicht, dass beim Rohschnitt alles bereits perfekt zusammen passt, sondern eine gemeinsame Marschroute zu finden. Farbe, Sound und Sounddesign werden im späteren Verlauf perfektioniert.

Grafik und Animationen

Im Idealfall ist es so, dass eine Filmproduktion auch im Bereich grafischer Animationen stark aufgestellt ist.

Dies können die klassischen Bauchbinden oder erklärende Elemente sein, welche komplexe Vorgänge in stylischen bewegten Grafiken abbildet.

Die grafischen Elemente gepaart mit Realbild wollen gut geplant sein, da dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen kann. Es ist aber auch möglich nach dem Rohschnitt einige Punkte aufzulisten, die Sie unbedingt intrigieren möchten. Ein fähiger VFX-Designer wird diese Informationen immer geschickt einbinden können.

DIE FABKORREKTUR – warum es mehr gibt als nur einen Instagram Filter

Wir haben Ihnen bereits erklärt, dass Sie den Rohschnitt nicht als finale Version betrachten dürfen. Das gilt gerade für das farbliche Grundgefühl, welches nun erzeugt wird. Sie kennen dies aus dem Kino. Abhängig von der technischen Ausstattung, mit der gefilmt wurde, sahen alle Blockbuster eher mausgrau und Sättigungsarm aus. Dies hat reine Gründe der Nachbearbeitung.

VorherVorher

Die Farbkorrektur gibt dem Ganzen erst den filmischen Look, den Sie aus dem Kino kennen. Das Grading wird oft vernachlässigt ist jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil einer professionellen Filmproduktion.

Eine gute Filmproduktion, wird Sie aber ohne eine vernünftige Farbkorrektur nie einen Film veröffentlichen lassen.

DER SPRECHER – oder, wie Sie am falschen Ende sparen würden

Wir hören zu 80 % einen Film! Vermeiden Sie also sich ihr iPhone zu schnappen und Ihren Text selbst einzusprechen. Das mag in wenigen Fällen (Seitenbacher-Chef), funktionieren, wirkt aber eher unprofessionell. Und nichts wäre schlimmer, als tolle Aufnahmen durch eine minderwertige Stimme zu verhunzen.

Es muss nun nicht gleich Bruce Willis oder George Clooney sein, dennoch gibt es wirklich tolle Stimmen, die bereits für ein kleineres Budget zu finden sind. Sie können auch gerne bei der Aufnahme dabei zu sein, denn moderne Tonstudios können heutzutage Live-Sessions via Telefon einrichten. Dies ermöglicht, dass Sie das Ergebnis direkt hören und sogar Anmerkungen einbringen können.

Eine professionelle Filmagentur bietet immer einen Sprechercast mit mehreren Stimmen an und gibt unabhängig vom Preis einen Favoriten an.

DIE MUSIK und das richtige SOUNDDESIGN

Unheimlich wichtig ist die Auswahl der richtigen Musik, denn mit ihr steht und fällt Ihr Filmprojekt. Oft wird hier aus Kostengründen gespart.
Bilder wirken oft deutlich besser, wenn die Tür auch wirklich knarrt und der Darsteller auch wirklich schluchzt. Hier spricht man vom Sounddesign.

Wichtig ist, dass nicht einfach lieblos irgendeine Fahrstuhlmusik verwendet wird. Scheuen Sie sich nicht, die Musik selber komponieren zu lassen, denn dies bietet gleich mehrere Vorteile. Teile der Komposition können auch für verschiedene Längen angepasst werden. Vielleicht ergibt sich ein langfristiger Jingle für weitere Videoproduktionen oder gar Radiospots.Denken Sie langfristig.

Wenn Sie ein eigenes Stück komponieren lassen, müssen Sie natürlich auch ein wenig mehr Zeit einplanen, denn auch hier gibt es einen Kreativprozess ähnlich wie beim Film. Gemeinsam mit dem Komponisten wird in enger Absprache mit Ihnen eine emotionale Grundstimmung festgelegt.

Nach der Festlegung der Musik wird alles in einen Mix gebracht, welcher den Bildern angepasst wird. Am Schluss entsteht ähnlich wie bei der Farbkorrektur ein Mastering, also eine finale Mischung, die sich auf allen Endgeräten in etwa gleich gut anhören muss.

Zusätzlich muss je nach Ausstrahlungsort die Mischung noch den Normen angepasst werden (zum Beispiel 82 LEQ – für Kinoproduktionen), welche vorgeschrieben sind.

5. WAS KOSTET EIN IMAGEFILM?

So, nun mal zu der Frage, die die meisten uns stellen: „Was kostet denn so ein Filmchen?“

Sofern Sie aufmerksam gelesen haben, werden Sie festgestellt haben, dass hinter so einem Film einiges an Arbeit steckt. Dabei hängt der Preis nicht zwingend mit der Laufzeit des Projektes zusammen, sondern vielmehr mit dem tatsächlichen Aufwand der Gesamtproduktion

Es ist wie mit einem VW Polo, den bekommen Sie bereits ab 9500,00 €. Nun möchten Sie aber jede Menge Extras, wie Sitzheizung, Klimaanlage etc. Lassen Sie es uns so ausdrücken. Damit Sie wirklich die Qualität bekommen, welche Sie verdienen benötigen Sie auch Agenturen mit Fachkräften. Diese müssen natürlich auch Ihren Lohn erhalten. Daher werden Sie keine professionelle Videoproduktion finden, die Ihnen einen Imagefilm in perfekter Qualität für einen geringen 4 stelligen Betrag produzieren wird.

Um Ihnen aber einen kleinen Eindruck zu ermitteln finden Sie unterhalb des Textes eine grobe Preistabelle. Diese ist aber nur ein grober Leitfaden!

Ernst zu nehmende Agenturen, trennen die Kosten der Konzeptionsphase, von denen der Umsetzung. Das bietet für Sie den Vorteil, dass Sie theoretisch für die Realisierung auch eine andere Filmproduktion engagieren könnten. In der Regel macht es aber Sinn Pre-Produktion und Produktion in einer Hand zu lassen.

In der Regel wird man Ihnen nie blind ein Angebot zukommen lassen, ohne zumindest ein persönliches Gespräch zu führen. Auch wir erhalten immer wieder Anfragen wie: „Wir bitten um ein Angebot über einen 3  Minuten Video unseres Unternehmens. Danke.“

Sie sollten nun das Verständnis dafür entwickelt haben, dass hierfür ein wenig mehr Informationen erforderlich sind.

Seriöse Produktionsfirmen schicken Ihnen ohne persönlichen Termin niemals einen Komplettpreis oder drücken Sie in unrealistische Dumping-Pakete.

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6. WO ZEIGE ICH MEINEN IMAGFILM?

Das Thema ist weit größer zu betrachten als  es vermuten lässt. In jedem Falle sollten Sie sich das Video mit einer geringen Bitrate anliefern lassen, welche Sie für die meisten Online-Plattformen wie Youtube, Facebook oder auch Vimeo nutzen können.

Um den Traffic zu erhöhen sollten Sie folgende Online Lösungen nutzen:

• Foren ihrer Branche

• Social Media Plattformen

• Youtube etc.

Die meisten Portale adaptieren jedoch das von der Produktionsfirma angelieferte Material, sei es 4K oder Full HD selbstständig und zwar so, dass auf den Endgeräten die optimale Abspielqualität erzielt wird.

Die meisten Portale um Ihren Film zu verbreiten sind vor allem eines. Kostenlos! Also nutzen Sie sie!

Sie wären erschrocken, welch Summen investiert werden aufwendige Filme zu produzieren, die dann auf irgendeiner Unterseite der Website verschwinden. Das wäre in etwa so, als wenn Sie jemandem den Weg zum nächsten Mc Donalds erklären.

Sie möchten, dass der Imagefilm von möglichst vielen Menschen gesehen wird! Also, bitte bitte lieber Kunde, es tut uns im Herzen weh zu sehen, wie Ihr mit Schweiß und Blut gewachsener Imagefilm im Nirvana verschwindet!

Hier einige Tipps:

RECRUITING FILME:

Zeigen Sie Ihren Film auf Jobbörsen, zum Beispiel über einen Bildschirm oder als Videobroschüre. Selbst ein Stick ist besser als nichts.

Auch Portale wie XING, Monster oder Stepstone sollten mit Ihrem Recruiting Video gefüttert werden. Die Chance, dass sich ein qualifizierter Bewerber meldet, ist dann ungemein höher.

IMAGEFILME:

Hier kennen Sie auch sicher einen Teil der Antwort: Facebook ist nicht nur wichtig, sondern zumindest aktuell fast unerlässlich. Geben Sie dem Imagefilm aber einen auf mehr Lust machenden Titel. Wenn Sie vorerst davon Abstand nehmen, den Beitrag bei Facebook mit viel Budget zu „bewerben“, spannen Sie Ihre Mitarbeiter mit ein. Sie sollen den Beitrag zumindest zu teilen. In den meisten Fällen hat dies schon enorme Auswirkung auf Ihre Reichweite.

ÜBER YOUTUBE UND GOOGLE

Google honoriert Bewegtbild in Form von wachsendem Google-Rating und die wichtigste Bewegtbildquelle stellt hauseigen Youtube dar. Versehen Sie Ihre Videos mit Tags und schreiben Sie bitte ein paar Zeilen zum Video. All das wird von Suchmaschinen berücksichtigt. Auch das Vorschaubild will gut gewählt sein.

INSTAGRAM

Auch hier werden zunehmend Bewegtbild, wenn auch in einem etwas quadratischem Format berücksichtigt. Auch diese Plattform können Sie  kostenlos verwenden und ist nur wenige Klicks entfernt.

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7. WIE FINDE ICH DIE RICHTIGE PRODUKTIONSFIRMA?

Nun sind Sie am Zug. Lassen Sie uns nun noch das eingangs erwähnte „Haus zu Ihrem Nachbarn“ beschreiben. Es gibt unheimlich viele Filmproduktionen und Google wird Ihnen eine Menge Ergebnisse bei Ihrer Suche liefern.

Wie finden Sie also die Agentur, die am besten zu Ihnen passt.

Hier 6 Tipps:

1. Machen Sie die räumliche Nähe nicht zu Ihrem Auswahlkriterium. Selbst wir sind international unterwegs, nicht aufgrund unserer Nähe zum Kunden, sondern weil man uns vertraut.

2. Seien Sie vorsichtig bei Videopaketen. Ein Film ist immer ein Machwerk, hinter dem eine individuelle Idee stecken sollte.

3. Schauen Sie sich Referenzen an. Vielleicht gibt es Inhalte, die Ihnen besonders gut gefallen.

4. Lassen Sie sich nicht von günstigen Preisen locken, es gibt keine profesionelle Realbildproduktion für unter 5000 €.
Fachkräfte wie zum Beispiel Regie, Lichtassistent, Tontechniker oder Kameramann um nur einige zu nennen wollen bezahlt werden.

5. Achten Sie auf die Beratung. Diese sollte nicht allein freundlich, sondern ehrlich sein.

6. Sofortige Angebote einer Videoproduktion, zeugen von wenig
Proffessionalität.

Natürlich spielen auch Sympathie und menschliche Chemie eine große Rolle. Die richtige Agentur zu finden ist daher eine Aufgabe, welche Sie nicht zuletzt mit dem herzen angehen sollten.